Tipps: So können Telefonkosten gespart werden

10.01.2015

Viele Menschen beschweren sich über zu hohe Telefonkosten. Besonders im Alter, wenn die Tarife bereits über mehrere Jahre laufen, steigen die Kosten häufig an und übertreffen die ursprünglich veranschlagte Summe um ein Vielfaches. Denn viele Anbieter erhöhen die monatliche Rate nach einer gewissen Laufzeit. Die günstigen Angebote, die in der Werbung Kunden locken sollen, beziehen sich demnach lediglich auf die ersten Monate.

Ein Vertrag, der bei einem herkömmlichen Telefonanbieter zum Vertragsabschluss 19,99 Euro gekostet hat, kann nach einer Laufzeit von zwei bis drei Jahren auf eine Gebühr von 24,99 ansteigen. Läuft der Vertrag dann über zehn bis zwölf Jahre, dann sind nicht nur die Grundgebühren immens, auch die Kosten, die pro Telefonat anfallen sind höher als bei den heutigen Flatratetarifen. Eine Flatrate beschreibt dabei einen pauschalen Betrag, der monatlich gezahlt wird. Im Gegenzug können Verbraucher in bestimmte Netze kostenfrei telefonieren. Besonders für Handys gibt es mittlerweile diese Pauschalangebote, durch die langfristig viel Geld eingespart werden kann.

Telefonate vom Festnetz aufs Handy vermeiden

Anrufe ins Festnetz sind meist günstiger als ins Mobilfunknetz

Anrufe ins Festnetz sind meist günstiger als ins Mobilfunknetz

Telefonate innerhalb des deutschen Festnetzes sind günstiger, als jene ins Mobilfunknetz. Daher ist es ratsam, zunächst die Festnetznummer anzuwählen, um weitere Kosten zu vermeiden. Die derzeitigen Kosten vom Festnetz ins Mobilfunknetz variieren zwischen den einzelnen Anbietern. Bei den großen Unternehmen kostet ein Anruf von Festnetz zu Festnetz derzeit 2,9 Cent pro Minute. Ein Telefonat ins Mobilfunknetz beläuft sich hingegen auf 19,0 Cent pro Minute.

Tarifvergleich – Der passende Vertrag

Vor einem neuen Tarifabschluss ist es sinnvoll, die unterschiedlichen Angebote zu vergleichen. Welche Flatrates gibt es, wie hoch sind die Gebühren für Telefonate in fremde Netze und ist es möglich, kostenfrei ins Festnetz zu telefonieren? Das ist nur ein Ausschnitt der Fragen, die bei bzw. vor einem Vertragsabschluss beachtet werden müssen. Auch das Kleingedruckte muss studiert werden, so gibt es Angebote die zusätzliche Gebühren veranschlagen, wenn Vertragsauflagen nicht eingehalten werden. Hier sind Dauer der Telefonate sowie Überschreiten des Internet-Datenvolumens zu nennen.

Sparen können Verbraucher hingegen, wenn sie ihre Prioritäten festlegen. Falls ein Großteil der Familienmitglieder den gleichen Telefonanbieter nutzt, dann ist es sinnvoll eine Flatrate in dieses Netz zu vereinbaren, da so zusätzliche Kosten vermieden werden können. Telefonieren die Verbraucher jedoch größtenteils ins Festnetz, sollte auf zusätzliche Flatrates verzichtet werden.

Anbieterwechsel nicht zwingend notwendig

Die meisten Anbieterwechsel verlaufen nicht planmäßig. Daher ist der erste Schritt zunächst, mit einem Kundenberater des aktuellen Anbieters zu telefonieren, um sich dort über die neuesten Tarife zu informieren. Oftmals lässt sich bereits durch einen internen Tarifwechsel viel Geld sparen.

Kosten reduzieren durch Absetzen von der Steuer?

Auch bei der jährlich anfallenden Steuererklärung lassen sich Telefonkosten sparen. Hier sind privater und geschäftlicher Bereich jedoch zu trennen. Freiberufler können die Telefonrechnung als Werbungskosten absetzen lassen, falls der Nutzen beruflich nachweisbar ist. Aber nicht nur auf geschäftlicher Ebene lassen sich Telefonkosten absetzen.

Durch die Steuererklärung lassen sich ebenfalls Kosten sparen

Durch die Steuererklärung lassen sich ebenfalls Kosten sparen

Auch im privaten Bereich ist dies möglich. Rentner können beispielsweise Rechnungen des Telefonanbieters geltend machen, vorausgesetzt diese Kosten stehen im Zusammenhang mit der Beratung einer Rente. Unter diese Sparte fallen neben den Telefonkosten auch Fahrtkosten, Porto oder Bürobedarf. Diese Kosten werden gemeinhin als Werbungskosten bezeichnet. Das Einkommensteuergesetz (EStG) sieht diese Regelung in § 9 vor. Dabei berücksichtigt das Finanzamt einen pauschalen Betrag von 102,00 Euro, der für Werbungskosten anfällt. Falls die Gebühren diesen Betrag übertreffen, dann lohnt es sich, diesen geltend zu machen. Bei Unsicherheiten empfiehlt es sich, den Betrag anzugeben und den Nachweis beizufügen. Dann liegt es im Ermessen des Finanzbeamten, ob der Posten absetzbar ist oder nicht.

Prepaid als Alternative

Eine gute Alternative, die sich besonders für diejenigen anbietet, die das Handy nur für den Notfall benötigen, ist eine Prepaid-Karte. Diese Möglichkeit bietet ebenfalls eine ständige Erreichbarkeit, verlangt aber keine laufenden Kosten. Das Prinzip verläuft ähnlich, wie bei einer Telefonkarte. Ist das Guthaben aufgebraucht, so ist der Nutzer zwar noch erreichbar, kann jedoch selbst keine Anrufe mehr tätigen. So lässt sich ebenfalls Geld einsparen, da keine monatlichen Gebühren anfallen.

Kostenfallen

  • Urlaub: Im Ausland gelten bei Telefonaten andere Konditionen als bei Telefonaten innerhalb Deutschlands. Diese Situation wird gemeinhin als Roaming bezeichnet. Die Europäische Union hat zwar mittlerweile die Kosten gedeckelt, aber es ist dennoch günstiger, wenn Anrufe aus dem Ausland auf ein Minimum reduziert werden. Der Höchstbetrag für abgehende Anrufe aus dem Ausland beläuft sich inzwischen auf maximal 19 Cent pro Minute. Im Vergleich zu den ursprünglichen 35 Cent pro Minute ist das zwar eine Senkung der Kosten, nichtsdestotrotz sind lange Telefonate im Ausland weiterhin teuer. Das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland informiert über die anderen Kosten, die bei europaweiten Telefonaten anfallen. Dazu zählen auch eingehende Anrufe oder Kurznachrichten.
  • Kundenservice: Falls Probleme mit dem Handy bestehen und der Kundenservice kontaktiert werden muss, dann empfiehlt es sich, diesen über das Festnetz anzurufen. Denn meistens sind die Hotlines aus dem Mobilfunknetz teurer. Zu Beginn des Anrufs wird der Verbraucher aufgeklärt, dass der Anruf 1,24 Euro aus dem Festnetz kostet und Mobilfunk von den Kosten abweicht. Hier ist es von Vorteil, das Anliegen schnell auf den Punkt zu bringen, schließlich kann das Telefonat sonst unnötig teuer werden.

Aufmerksamkeit zahlt sich aus

Es ist nicht immer ein Tarifwechsel nötig, um Telefonkosten einzusparen. Meist reicht ein wenig Aufmerksamkeit aus. Verbraucher, die einen Überblick über die unterschiedlichen Kosten haben, die anfallen können, sind meist im Vorteil. Läuft ein Vertrag jedoch bereits über mehrere Jahre, dann ist ein Tarifwechsel oft sinnvoll, denn die Kosten sind innerhalb der letzten Jahre erheblich gesunken. Speziell durch Flatrates können Kosten unter Umständen eingespart werden. Außerdem zahlt es sich aus, Telefonate vom Festnetz ins Mobilfunknetz zu vermeiden. Darüber hinaus ist es ratsam, im Urlaub möglichst wenig zu telefonieren, denn obgleich die Gebühren gesenkt wurden, sind die Kosten dennoch höher als im Inland.

Quellenangaben:

Bildquellen:

  1. Bild: Pixabay © PublicDomainPictures (CC0 Public Domain 1.0)
  2. Bild: Pixabay © falco (CC0 Public Domain 1.0)