Ratgeber für Angehörige: Die richtige Wahl und weitere Tipps rund um Seniorenhandys

13.09.2014

Handys mit großen Tasten und Displays

Abbildung 1: Übliche Handys haben nicht nur zu kleine Tasten und Displays, sondern auch fehlende Funktionen wie eine Notfall- oder große Schnellwahltasten.

Heutzutage gibt es viele Handys für Senioren, die unterschiedlichste Eigenschaften und Fähigkeiten besitzen sollen, wie folgender Forumsbeitrag zeigt. Mit diesen können unterschiedlichste Zwecke erfüllt werden, sofern das jeweils passende Modell gewählt wird. Dabei sollten verschiedene Umstände berücksichtigt werden, was in den meisten Fällen auch bezüglich der grundlegenden Zwecke funktioniert. Manchmal werden jedoch praktische Möglichkeiten schlichtweg übersehen, da dieser Markt ein wenig unübersichtlich sein kann oder die Funktionen einfach nicht bekannt sind. In der Regel werden Seniorenhandys nicht von den Benutzern gekauft, sondern von Angehörigen die ihren Nahestehenden einen Gefallen damit tun möchten. Damit das angeschaffte Modell auch gefällt und einen entsprechenden Nutzenumfang besitzt, werden in diesem Ratgeber die wichtigsten Merkmale und Tipps zum Thema übersichtlich dargestellt.

Warum überhaupt ein Seniorenhandy?

Die Antwort auf diese Frage scheint einfach, doch wer ein wenig genauer hinsieht kann erkennen, dass die Zusammenhänge der verschiedenen Anforderungen durchaus sehr differenziert betrachtet werden können. Zum einen muss der Umfang der Geräte natürlich Rücksicht auf wahrscheinliche Einschränkungen hinsichtlich Sehkraft, Hörvermögen und Motorik nehmen. Zum anderen gibt es jedoch darüber hinaus viele weitere Ansprüche, denen die Hersteller versuchen nachzukommen. An dieser Stelle folgt daher eine in drei Kategorien unterteilte Übersicht nennenswerter Aspekte die berücksichtigt werden sollten.

Grundfunktionen und Bedienbarkeit

Funktionen eines Seniorenhandys

Abbildung 2: Die drei Kategorien in welche die Merkmale und Funktionen in diesem Artikel unterteilt werden.

Große Tasten und Displays mit guter Lesbarkeit bzw. hohen Kontrasten sind die charakteristischen Merkmale eines Seniorenhandys und damit natürlich grundsätzlich vertreten. Immerhin sind die Tasten damit leichter erkenn- und bedienbar. Diese sollten auch eine gut hörbare Rückmeldung, also Tastentöne geben.

Programmierbare Schnellwahltasten sind ebenfalls ein absolutes Muss. Nicht nur, dass lange Nummernfolgen sehr unbequem zu wählen sind, zählt dies möglicherweise auch zu den sicherheitsrelevanten Funktionen, sofern keine Notruftaste enthalten ist oder deren Einsatz in einer bestimmten Situation nicht sinnvoll ist, weil diese je nach Einstellung gleich mehrere Kontakte gleichzeitig kontaktieren.

Sprachausgabe oder -steuerung sind ebenfalls gute Möglichkeiten, die Bedienbarkeit des Telefons zu verbessern und gerade für Sehschwache oder Senioren mit motorischen Schwierigkeiten besonders geeignet. Bei einer Sprachausgabe können bestimmte Texte oder gewählte Ziffern vorgelesen werden, während eine Sprachsteuerung das Betätigen von Auswahlmöglichkeiten per Sprachbefehlen erlaubt.

Eine einfache Menüführung ist ebenfalls eine Grundvoraussetzung, da die meisten älteren Menschen eine Menüstruktur eher mit mehreren Oberpunkten, als eine mit vielen Untermenüs bevorzugen. Tipp: Gerade hierbei ist es wichtig, das Gerät zu testen. Erst im Alltag zeigt sich nämlich, ob die Bedienung des Handys intuitiv genug für dessen Besitzer ist.

Besonders für erheblich Hörgeschädigte ist eine Koppelung mit dem Hörgerät über Induktion essentiell, da diese das Telefonieren stark vereinfachen kann. Allerdings setzt dies natürlich voraus, dass diese Möglichkeit bei der Wahl des Geräts berücksichtigt wird. Tipp: Bei Unklarheiten hinsichtlich der Kompatibilität kann eine Nachfrage bei dem Hörgerät- oder beim Handy-Hersteller für Klarheit sorgen. In der Regel funktioniert es bei fast allen Geräten, da die sogenannten T-Spulen in Hörgeräten mittlerweile vergleichsweise oft eingesetzt werden.

Medizinisches und Sicherheitstechnisches

Seniorenhandys werden oft im Hinblick auf mögliche Notfallsituationen angeschafft. Daher ist eine Notfallfunktion wichtig, die im Ernstfall durch einen automatischen Anruf mehrerer zuvor gespeicherter Rufnummern lebensrettend sein kann. Zum einen gibt es die schlichte Option einer Notfalltaste, die gegen versehentliche Betätigung gesichert, gleichzeitig jedoch leicht verwendet werden kann, wenn es mal darauf ankommt. Zum anderen gibt es eine fortschrittlichere Technologie – die Sturzerkennung – bei der mithilfe eines Beschleunigungssensors ein Fallen festgestellt werden kann und nach einer kurzen Dauer den Notruf startet, falls keine Regungen mehr verzeichnet werden. Dadurch ist es möglich schnell Hilfe zu erhalten, da sich Senioren bei einem schweren Sturz nicht selten lebensgefährlich verletzen. Tipp: In beiden Fällen gibt es je nach Hersteller und Modell die Möglichkeit, zusätzlich zu den Angehörigenanrufen in einer bestimmten Reihenfolge, auch automatisch mehrere SMS gleichzeitig zu versenden.

Wer ein Auge auf seine Liebsten haben und im Zweifelsfall wissen möchte, wo sich diese befinden, kann ein Modell mit GPS-Ortung kaufen. Mit einem sogenannten Tracking-Verfahren ist es möglich nachzuvollziehen, wo sich das Handy gerade befindet und zum Teil auch, wo es zu einem bestimmten Zeitpunkt gewesen ist. Gerade für Menschen mit einer Demenzerkrankung oder beispielsweise bei einem Notfall im Freien kann dies entscheidend sein, um diese abholen zu können.

Nützliche Zusatzfunktionen

Bei Seniorenhandys stehen die einfache Bedienbarkeit und der praktische Nutzen im Vordergrund, was durch so manche Extras begünstigt wird. Durch eine leicht aktivierbare LED-Taschenlampenfunktion gestaltet sich ein nächtlicher Gang ins Badezimmer deutlich einfacher, da das Handy meist griffbereit neben dem Bett liegt. Auch eine Ladestation statt der für Handys üblichen Kabel kann im Alltag hilfreich sein, das Anschließen oder das Greifen für den schnellen Einsatz zu erleichtern, was besonders im Falle einer vorliegenden Einschränkung der Motorik sinnvoll ist. Weitere Funktionen, die bei dieser Zielgruppe durchaus beliebt sind: Ein integriertes UKW-Radio, kleine Organizer oder ein deutlich stärkeres Vibrationssignal, um eingehende Signale oder die Wecker-Funktion besser wahrnehmen zu können.

Senioren am PC

Abbildung 3: Ein hohes Alter bedeutet nicht automatisch, dass das Internet uninteressant ist.

Viele Best-Ager sind übrigens mit Geräten glücklich, die keinen zu großen Verzicht auf die heute üblichen Handy- oder gar Smartphone-Funktionalitäten bedeuten. Modelle, die das Versenden von SMS oder auch das Bedienen des Internets auf eine einfache Art und Weise ermöglichen, sind gerade bei sehr aktiven Menschen im fortgeschrittenen Alter immer mehr gefragt. Dabei fallen ihre Ansprüche meist vergleichsweise gering aus, da es oft mehr um das Teilhaben am gesellschaftlichen Leben geht – welches heutzutage bekanntlich kaum auf das World Wide Web verzichten kann.

Tipps zur Wahl der Mobilfunktarife

Hinsichtlich der Handytarife für Senioren können Mobilfunkportale wie TopTarif eine Hilfe beim Finden des passenden Tarifs wie hier darstellen. In den meisten Fällen genügt ein Prepaid-Tarif, da viele ältere Menschen nicht mehr so häufig Telefonieren oder SMS schreiben. Sofern Interesse an einer mobilen Internetnutzung besteht, können bei manchen Anbietern auch einzelne Volumenpakete von dem Guthaben gekauft werden. Falls das Aufladen zu kompliziert oder aufwändig ist, können günstige Verträgen eine sinnvolle Alternative sein, bei denen auch die Möglichkeit für das Hinzubuchen einer kleinen Internet-Flatrate besteht. Ein Volumen von 200MB reicht in der Regel völlig aus.

Bilder

Abbildung 1: ©OpenClips – Pixabay.com (CC0 1.0)Abbildung 2: eigene ErstellungAbbildung 3: ©Christian Carls – commons.wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)