Notruf per SMS senkt Schlaganfall-Risiko - Frühwarnsystem bei Vorhofflimmern

12.05.2005 In Deutschland leiden über eine Millionen vor allem ältere Menschen an Vorhofflimmern - Tendenz steigend. Dabei kommt es in den Herzvorhöfen zu sehr raschen, unkoordinierten elektrischen Impulsen. Diese bringen das Herz aus seinem Takt. Ferner können sich Blutgerinnsel bilden, die beispielsweise Halsgefäße verschließen und so zum Schlaganfall führen. Eine schnelle Gabe von blutverdünnenden Medikamenten senkt das Schlaganfallrisiko deutlich. Doch oft spüren Betroffene keine Symptome wie Herzrasen, Luftnot, Schmerzen, Übelkeit oder auch Schwindel. Daher betreut die Medizinische Klinik II des Universitätsklinikums Bonn Patienten mit einem implantierten Herzschrittmacher oder Elektroschockgerät, einem so genannten Defibrillator, die sich im Rahmen der Studie an einem fortlaufenden "Home Monitoring" beteiligen. "Diese Patienten haben aufgrund zusätzlicher Faktoren ein hohes Risiko in den ersten drei Jahren nach Geräteimplantation ein Vorhofflimmern auszubilden", sagt Studienleiter Privatdozent Dr. Thorsten Lewalter. Die für die Bonner Studie genutzte - derzeit einzigartige - Technologie entwickelte das Berliner Medizintechnikunternehmen Biotronik. Das implantierte Aggregat sendet regelmäßig und im Falle besonderer Ereignisse über eine integrierte Antenne und einem externen Empfänger SMS-Nachrichten an ein Service-Center. Dieses leitet via Fax oder Internet die Informationen weiter an den betreuenden Arzt. So zeigt das Frühwarnsystem das Auftreten von Vorhofflimmern innerhalb von 24 Stunden an. Dadurch ist eine zeitnahe Behandlung möglich. "Das "Home Monitoring" kann die negativen Folgen des Vorhofflimmerns wie beispielweise einen Schlaganfall deutlich senken. Davon profitieren vor allem auch jene Patienten, die ein Vorhofflimmern nicht bemerken", sagt Kardiologe Lewalter.