Handys sind zu wenig "Seniorentauglich"

22.06.2005 In einem aktuellen Handytest hat das Verbrauchermagazin "Konsument" die Handhabung und Benutzerfreundlichkeit von Mobiltelefonen für ältere Menschen getestet. Das Ergebnis: Keines der untersuchten Handys erreichte die Note "sehr gut", fünf Modelle erzielten eine "gute" Bewertung und vier waren "durchschnittlich". Kritisiert wurden vor allem unverständliche und komplizierte Bedienungsanleitungen oder zu kleine Displays und Tasten. Jedes Modell schwächelte und keines erfüllte die Bedingungen und Anforderungen der Tester ausreichend. "Größter Schwachpunkt der Handys sind ihre Handbücher. Sie strotzen vor englischen Fachbegriffen, unterlassen wichtige Bedienungsschritte und widersprechen sich bei Anleitung und Display", kritisierte Franz Floss, Bereichsleiter Untersuchungen beim Verein für Konsumenteninformationen. Neun Personen im Alter von 60 bis 70 Jahren testeten neun Tage lang insgesamt neun Modelle von LG, Motorola, Nokia, Samsung, Siemens und Sony Ericsson. Eine der ursprünglichen Testpersonen, eine 77-Jährige Frau, warf bereits nach dem zweiten Gerät resigniert das Handtuch. Die "Seniorentauglichkeit" der Geräte war in mehreren Punkten gefragt: Die Tester versuchten normales Nummern-Anwählen, Wählen über Telefonbuch, Telefonbuch einrichten, Meldungen abhören, Meldungen löschen und Kurzwahl einrichten. Fazit des "Konsument"-Tests: Obwohl von den Anbietern entsprechend ausgelobt, erwies sich kein einziges Modell als herausragend "seniorentauglich". Einzig das Nokia 6170 und das LG L1100 erfüllten annähernd die Testvorgaben. "Die Bedürfnisse von Senioren werden immer noch nicht ausreichend berücksichtigt, weil sie für die Netzbetreiber zuwenig Profit abwerfen", bedauerte Floss. "Dabei wird das vielfältige Angebot an Funktionen und Möglichkeiten, mit denen die Werbung gerne und lautstark lockt, nicht nur von älteren Menschen als verzichtbar empfunden. Das Motto lautet hier eindeutig: 'Weniger ist mehr'", so Floss.