Ärzte als Gesundheitsexperten liegen hinter Online-Angeboten

09.04.2010 Neue Gesundheitsstudie von PwC: Patienten suchen zuerst Rat im Internet Eine kürzlich von der PricewaterhouseCoopers AG durchgeführte Studie zum Thema "Gesundheit" brachte erstaunliche Ergebnisse. Weltweit wurden rund 800 Führungskräfte aus dem Gesundheitswesen befragt. 3.500 Konsumenten aus den USA, Deutschland und fünf anderen Ländern äußerten sich ebenfalls zu ausgewählten Fragen. Ein interessantes Resultat ist die Tatsache, dass die Mehrheit der befragten Verbraucher Gesundheitstipps zuerst im Internet abruft. Ergebnisse aus der Befragung der Gesundheitsexperten Die großangelegte Studie "HealthCast - Die Individualisierung des Gesundheitswesens" von PwC sucht nach Antworten auf die drängende Frage, wie das Gesundheitssystem auf die immens steigenden Kosten reagieren kann. Für die Patienten ergeben sich dadurch einige Veränderungen, sie müssen mehr Eigenverantwortung übernehmen. Gleichzeitig erhalten sie aber auch verbesserte Einflussmöglichkeiten. Der Aspekt der Eigenverantwortung wurde vor allem für chronisch Kranke von 84% der befragten Gesundheitsexperten genannt, dieser Prozentsatz ist der Auffassung, dass chronisch kranke Patienten selbst für Ihre medizinische Versorgung Verantwortung übernehmen sollten. Rund 80% sind der Meinung, dass die behandelnden Ärzte bei nachgewiesenem Behandlungserfolg rückvergütet werden sollten. Für 75% der Gesundheitsexperten sind Zusatzzahlungen an Ärzte, die Best-Practice-Guidelines befolgen, angemessen. Modelle mit Boni sollte es allerdings auch für Patienten geben, die Vorsorgeuntersuchungen vornehmen lassen. Einsparungen im Gesundheitsbereich durch das Internet Auch wenn immer mehr Serviceleistungen über das Internet wahrgenommen werden, wurde seitens der Entscheidungsträger im Gesundheitswesen Skepsis laut. Vorreiter in Europa ist Frankreich, wo große Einsparungen im Gesundheitswesen durch die Nutzung elektronischer Dienste erzielt werden konnten. Beinahe 80% der befragten Experten sind dennoch der Auffassung, dass der elektronische Datenaustausch im aktuellen System schwierig sei. Vor allem die wachsenden Anforderungen an den Datenschutz sind für 90% der Spezialisten das größte Manko bei der digitalen Erfassung und dem Transfer von Patientendaten. Das Internet als Vorbereitung für den Arztbesuch? Ein interessantes Ergebnis lieferte die Studie von PwC hinsichtlich der Internetnutzung von Patienten. Rund 48% der befragten Verbraucher nutzen das Internet für die Beantwortung von Gesundheitsfragen. Damit steht das World Wide Web noch vor den Ärzten(43%) sowie Freunden oder Verwandten(30%). Diese Tatsache kann als günstiges Vorzeichen für die von den Gesundheitsexperten geforderte, größere Eigenverantwortung gewertet werden. Mehr als zwei Drittel (76,1%) der befragten Experten bemängelten, dass bei Patienten bisher noch zu wenig eigene medizinische Fachkenntnis vorliege, um stärker in die Gesundheitsversorgung mit eingebunden zu werden. Es bleibt also abzuwarten, wie sich der Trend zur Nutzung des Internets im Gesundheitsbereich weiterentwickeln wird. Weitere Informationen zur Studie "Health Cast - Individualisierung des Gesundheitswesens" können unter www.pwc.de bezogen werden.